Vorfahrt für’s Fahrrad


Alltagsgegenstand, Sportgerät und Verkehrsmittel. Ob zur Uni oder zur Arbeit, zum Einkaufen oder als Freizeitbeschäftigung. Das Fahrrad begleitet viele von uns täglich.
Doch der Alltag bietet auch viele Herausforderungen: Sei es die überfüllte Stadt, in der sich Autos, E-Scooter und Fahrräder den knappen Raum teilen müssen; die viel befahrene Bundesstraße, die nur streckenweise mit Radwegen ausgebaut ist; oder aber die fehlende Möglichkeit seine hochwertigen E-Bikes und Lastenräder sicher abzustellen.
Um das Radfahren noch sicherer und attraktiver zu gestalten, erfragt man die Schwachstellen und Handlungsfelder am besten direkt dort, wo die Expertise sitzt: und zwar auf dem Zweirad.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat das große Potential der Alltagsexpertinnen und –experten erkannt und deshalb neben Verbänden, der Fachöffentlichkeit und den Ressorts, auch die Bevölkerung in die Novellierung des Nationalen Radverkehrsplan (NRVP) eingebunden. Bis Ende 2020 wird der NRVP 3.0 partizipativ erarbeitet und verankert zukünftig die grundlegenden Ziele zur Förderung des Radverkehrs in Deutschland.

Auftakt und Kernstück des crossmedialen Beteiligungsvorhabens bildete der 7-wöchige Online-Dialog im Sommer 2019, den wir von polidia in Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner IFOK auf https://zukunft-radverkehr.bmvi.de konzipiert durchgeführt haben. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger haben sich mit Erfahrungen, Ideen und Meinungen an der Entwicklung des NRVP beteiligt. Auf der Online-Plattform konnten die Teilnehmenden unter anderem die Leitziele des Radverkehrsplans priorisieren. Ob mehr Sicherheit, schnellere Verbindungen oder der Ausbau digitaler Angebote – hier wurden wichtigsten Handlungsbedarfe der Zukunft definiert. Ergänzt wurde die Konsultation durch eine Umfrage.

Bild mit Auswertung

Quelle: https://zukunft-radverkehr.bmvi.de/bmvi/de/rankingTool/52235/statistic

Der zentrale Bestandteil der Online-Beteiligung war die Ideenbox, in die sowohl passionierte Zweirädlerinnen und -rädler als auch Skeptikerinnen und Skeptiker mit eigenen Ideen, Anregungen und Kritik ein umfangreiches Input-Potpourri zeichnen konnten. Über 2.200 Vorschläge sind eingegangen, die über 26.000 Mal bewertet wurden. Die Anregungen reichten vom „Abschauen“ bei unseren Nachbarländern Dänemark und Niederlande, bis hin zu einem gesetzlichen Mindestabstand für PKW beim Überholen von Rädern. Alle Beiträge wurden ausgewertet, die Ergebnisse auf der Seite veröffentlicht und im weiteren Entwicklungsprozess berücksichtigt.

 

Darstellung unserer Ansicht der Dialogbox

Quelle: https://zukunft-radverkehr.bmvi.de/bmvi/de/mapconsultation/52335?1

Auf dieser Basis begleitet unser Partner IFOK den weiteren Offline-Beteiligungsprozess, damit der NRVP 3.0 bis Ende 2020 finalisiert und 2021 in Kraft treten kann.

Die wichtigsten Zukunftsthemen des Radverkehrs stehen durch eine erfolgreiche frühzeitige Beteiligung jedenfalls schon jetzt fest: Lückenlose Infrastruktur (60 Prozent), eine bessere Trennung der Radfahrenden von den PKW-Fahrenden (53 Prozent) und den zu Fuß gehenden (45 Prozent) sowie das Errichten sicherer Fahrrad-Abstellanlagen (44 Prozent) sind den Menschen besonders wichtig, um künftig noch häufiger das Rad zu nutzen.

polidia wünscht gute Fahrt voraus!

Planen Sie auch eine Verbesserung der Radinfrastruktur in Ihrem Land oder Ihrer Kommune? Oder wollen Sie in einem ersten Schritt kartenbasiert Unfallschwerpunkte ermitteln? Als Experten im Radverkehrsdialog begleiten wir Sie gerne dabei. Sprechen Sie uns einfach an!

Zwei Frauen auf dem Fahrrad

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